Was ist Sepsis?
Die Sepsis, umgangssprachlich oft als Blutvergiftung bezeichnet, ist die übersteigerte Antwort des Körpers auf eine lokale Infektion. Wenn es dem Körper nicht gelingt, diese Infektion auf den Ursprungsort zu begrenzen, lösen die Gifte der Krankheitserreger eine Entzündung in allen Organen des Körpers aus. Innerhalb weniger Stunden weisen dann alle lebenswichtigen Organe Entzündungszeichen auf und drohen, zu versagen. Die Hälfte der Patienten, die eine Sepsis entwickeln, sind bereits wegen anderer Erkrankungen in ärztlicher Behandlung. Mit 220 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr ist die Sepsis in Deutschland vergleichbar häufig wie der Herzinfarkt. Etwa die Hälfte der Betroffenen stirbt an ihren Folgen. Die meisten Patienten, die überleben, leiden ein Leben lang unter den Langzeitfolgen einer Sepsis.

Herausforderung an die moderne Hochleistungsmedizin
- 220 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr in Deutschland
- vergleichbar häufig wie der Herzinfarkt
- Krankenhaussterblichkeit bei 54%
- Haupttodesursache auf Intensivstationen
- direkte intensivmedizinische Behandlungskosten über 1,7 Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland
Ursachen für die hohe Sterblichkeit
- Fehlfunktion der körpereigenen Abwehr- und Reparatursysteme
- Veränderungen im Spektrum und in der Pathogenität mikrobieller Erreger
Voraussetzung für die erfolgreiche Therapie
- frühe Diagnose und Identifikation von Risikopatienten
- zeitnahe Initiierung einer kausalen Therapie der Infektion
- Detailkenntnisse in der Pathophysiologie der akuten Krankheitsphase
- Kenntnis der Veränderungen bei den Langzeitfolgen, insbesondere der Schädigungsmechanismen am zentralen und peripheren Nervensystem